Bio - Ethanol - Kamine

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so schön kann Bioethanol brennen
Foto: Rainer Schwarz
Bio - Ethanol - Kamine nach einem Brand
die gesamte Wohnung wurde durch den Brand zerstört. Die Bewohner wurden verletzt.
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Bei "Bio-Ethanol-Kaminen" oder "Deko-Kaminen" handelt des sich im Wesentlichen um Brenntöpfe oder Brennschalen dekorativen Aufbaus, die ohne Rauchfanganschluss mit „Bio-Ethanol“, einem Alkohol mit einem Flammpunkt von + 12 Grad Celsius (vormals "Spiritus" oder "Weingeist") oder einem gelierten Alkohol gleicher Brandeingenschaften betrieben werden.

Das Produkt ist, zumindest dem Laien mag es so erscheinen, eine neue Erfindung, die wegen fehlendem Fanganschluss zumindest nach der österreichischen Rechtslage keine Feuerstätte darstellt. Der technische und verwaltungsrechtliche Status ist ungefähr derjenige, wie wenn sie den Spiritus eben in eine Blechschale schütteten und anzündeten.
Der Schein zählt leider mehr als das Sein, denn die meisten Benutzer gehen davon aus, sich etwas Schönes, erprobtes und sicheres gekauft zu haben.

Kaum jemand liest die Gebrauchsanleitungen, die sehr einschränkend und warnend formuliert sind.
Dieses "Missverständnis" kann neben unmittelbaren Brandfolgen eine weitere unangenehme Folgewirkung haben:

  • Es gibt kaum Chancen auf Schadenersatz, weil die meisten Brände tatsächlich auf Fehlbedienungen zurück gehen.


Sehr gefährlich:

  • Das Gerät kann gegebenenfalls umfallen (Unachtsamkeiten, Kinder, Haustiere usw.) und die Umgebung zünden.
  • Da die heißen Brandgase und die größtenteils unsichtbare Flamme unmittelbar über dem Gerät in den Raum strömen, kann es zur Zündung von Gegenständen im Nahbereich des Abzuges kommen (Tischleuchten, Dekorationen, etc.)
  • bei langdauerndem Betrieb kann es bei ansonsten dichten Räumen durchaus zu CO-Vergiftungen kommen, da die Abgase den Sauerstoffgehalt in der Raumluft vermindern und die Verbrennung zunehmend unvollständig wird. Dies ist in erhöhtem Ausmaß bei Geräten mit größerer Flamme bzw. Heizleistung zu berücksichtigen.
  • Insbesondere beim Nachtanken passieren immer wieder Unfälle, da die Flamme kaum sichtbar ist.
  • Die Geschäftsgebahrungen rund um diese Geräte führen auch immer wieder zu unwissentlichen Verwaltungsübertretungen der Anwender. So dürften sie z.B. in Wien aufgrund des örtlichen Feuerpolizeigesetzes z.B. normalerweise nur 5 l brennbare Flüssigkeiten der Gefahrenklasse 1 in ihrer Wohnung lagern.

Verkauft werden aber Sonderangebote: 5 Kanister a 10 l nur...!


In Österreich gab es bereits mehrere Brände mit verletzten Personen und z.T. erheblichen Sachschaden (bis zu Wohnungs-Vollbränden:
Das österreichische Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz hat am 30.03.2010 eine Warnung bezüglich dieser Ethanolkamin online gestellt:

BMASK warnt vor Gefahren durch Ethanol-Öfen

Unseres Wissens gibt es eine europäische Initiative auf Rechtsbasis des Konsumentenschutzes, solche Geräte (und ihre Anwendungsmöglichkeiten) zu normieren bzw. zu verbieten.


Achten sie in der Zwischenzeit auf sich selbst, auch wenn der Wunsch nach urtümlicher Behaglichkeit groß ist.


Quelle:

Bilder und Text




siehe Artikel:



Freiwillige Feuerwehr Mettmann vom 22.12.2015 (Freigabe per FB)

+ + + Wohnungsbrand durch vermutlich unsachgemäße Handhabung eines Ethanol-Ofens + + +

Die Feuerwehr Mettmann wurde heute Morgen gegen 02:00 Uhr zu einem Wohnungsbrand in einer Kellerwohnung an der Eidamshauser Straße in Mettmann gerufen.

Durch eine vermutlich unsachgemäße Handhabung eines Ethanol-Ofens (Tischkamin) wurden zwei Menschen schwerst brandverletzt und weitere 7 Menschen durch Rauchgasinhalation leicht verletzt.

Die Feuerwehr Mettmann war mit 7 Fahrzeugen und 26 Einsatzkräften am Einsatzort. Durch die hohe Anzahl der Verletzen waren insgesamt zwei Notärzte und fünf Rettungswagen notwendig, um die Patienten in die umliegenden Krankenhäuser zu bringen. Die Schwerstverletzten wurden in Spezialkliniken für Brandverletzte verbracht.

Die Notärzte kamen aus Mettmann und Ratingen, die Rettungswagen aus Mettmann, Erkrath, Wülfrath, Haan und Ratingen. Der Einsatz dauerte bis kurz vor 4 Uhr.



Lochau / AT 15.01.2016 – Als eine Kellnerin in Lochau Kerzen anzünden wollte, fing ein Ethanol-Kanister Feuer. Zwei Frauen erlitten in weiterer Folge erhebliche Verbrennungen.




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