Brandgefahren, Teil 1

Aus Brand-Feuer.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Tablett auf dem Herd

Antreffsituation in der kleinen Küche. Die komplett ausgebrannte Mikrowelle steht auf dem Kochfeld.
Bildquelle: LKA Baden-Württemberg, MM
Die hintere linke Kochplatte war eingeschaltet und entzündete das auf dem Kochfeld abgestellte Holztablett.
Bildquelle: LKA Baden-Württemberg, MM

Sachverhalt

Der Bewohner einer Mietwohnung bemerkte kurz nach dem zu Bett gehen Feuer in seiner Küche. Er nahm sofort die Brandbekämpfung auf und ließ die Feuerwehr verständigen. Mit den vorhandenen Mitteln war es ihm aber nicht möglich, das Feuer zu löschen. Durch den immer dichter werdenden Rauch in der ganzen Wohnung fand er den Ausgang nicht mehr. Wenige Minuten später traf die Feuerwehr ein, löschte den Brand und fand den Bewohner tot neben dem Fenster liegend auf.


Brandursache

Anhand des Brandspurenbildes konnte der Brandausbruchsstelle in der Küche bestätigt werden. Auf dem Kochfeld des nicht mehr verwendeten Elektroherdes stand ein Holztablett mit einem Mikrowellengerät. Das Tablett wies im Bereich der hinteren linken Herdplatte eine starke Brandbelastung auf, die gegenüberliegende Seite war dagegen fast unversehrt (siehe Bild).
Der Schalter für die betreffende Platte befand sich noch in Stellung 3. Der Bewohner hatte noch etwa eine halbe Stunde vor Brandausbruch in der Küche sein Abendessen gemacht. Die Küche war recht eng, und so schaltete er durch Vorbeistreifen an den Kochplattenschaltern unbemerkt die hintere linke Platte ein. Eine halbe Stunde später geriet das Tablett in Brand.


Lehren aus diesem Fall

  • Stellen sie auf Kochfeldern keine Dinge ab, die nicht dafür gebaut sind – auch nicht vorübergehend.
  • Nicht mehr verwendete Elektrogeräte sollten vom Stromnetz abgeklemmt werden, damit ein versehentliches Einschalten nicht zum Brand führen kann (ausschalten der Sicherungen allein genügt nicht – die könnte jemand irrtümlich wieder einschalten; kam auch schon öfter vor, ergibt einen ähnlichen Brand.
  • Alarmieren sie die Feuerwehr, bevor sie selbst die Brandbekämpfung unternehmen.
  • Versuchen sie nur dann selbst zu löschen, wenn es für sie gefahrlos möglich ist und sie einen sicheren Rückzugsweg haben.
  • Unterschätzen sie niemals die Wirkung des Brandrauchs.


Der zugestellte Speicherofen

Sachverhalt

Im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses kam es zu einem Wohnungsbrand. Die gesamte Wohnung mit Inventar wurde dabei komplett zerstört. Die aus den zersprungenen Fenstern und der herausgebrochenen Außenwand herausschlagenden Flammen beschädigten auch die darüberliegenden Gebäudeteile.


Das Sofa war zu nahe an der Ausblasöffnung des Speicherheizgerätes aufgestellt. Durch die heiße Luft entzündete sich das Sofa.
Bildquelle: LKA Baden-Württemberg, MM

Brandursache

Eine Brandausbruchsstelle konnte zunächst nicht festgestellt werden. Erst nach dem schichtweisen Abtragen des Brandschutts wurde an den Resten eines Sofas und eines Elektrospeicherofens ein auffälliges Spurenbild vorgefunden. In etwa 25 cm Abstand zum Speicherofen stand das Sofa (siehe Bild). Es zeigt auf der dem Ofen zugewandten Seite starke Brandzehrungen, während auf den anderen Seiten keine vergleichbaren Beschädigungen festgestellt wurden. Das sprach für eine Brandentstehung zwischen Sofa und Speicherheizgerät.
Am Gerät wurden keine Fehler festgestellt. Aus mehreren vorangegangenen Brandfällen war bekannt, daß bei Unterschreitung der Mindestabstände zum Speicherheizgerät brennbares Material entzündet werden kann. Die vom Ofen ausgeblasene Luft darf Temperaturen von über 200 °C erreichen. Je nach Hersteller sind Mindestabstände von 30 – 50 cm vorgegeben, die eingehalten werden müssen, was der Bewohner hier aber versäumt hatte.


Lehren aus diesem Fall

  • Halten sie den vom Hersteller des Speicherofens angegebenen Sicherheitsabstand zu brennbaren Gegenständen unbedingt ein.
  • Decken sie Speicherheizungen niemals mit Tüchern oder ähnlichem ab.
  • Stellen sie die Ausblasöffnungen des Ofens nicht zu und entfernen sie den dort abgelagerten Staub gelegentlich.


Ofeninstallation leichtgemacht?

Brandspurenbild am Ofenrohr. Durch den zu geringen Abstand zur Holzwand geriet diese in Brand.
Bildquelle: LKA Baden-Württemberg, MM

Sachverhalt

Der an das Haus angebaute Schuppen war als Werkstatt eingerichtet, wo der Hausbesitzer tagsüber seinen Schreinerarbeiten nachging. Die Werkstatt wurde mit einem Holz-Umluftofen beheizt, dessen Ofenrohr an der Holzwand hoch und durch die Wand nach außen führte. Eines Abends brach ein Feuer im Bereich des Ofens aus. Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr war es zu verdanken, daß der Brand noch in der Anfangsphase gelöscht wurde und sich nicht auf das ganze Anwesen ausbreiten konnte. Es entstand trotzdem durch den Rauchniederschlag ein hoher Inventarschaden an den Werkzeugen und Maschinen.


Brandursache

Bei den Untersuchungen vor Ort war anhand dem Spurenbild festzustellen, daß der Brand in der Wand um das Ofenrohr herum entstanden sein mußte (siehe Bild). Das Ofenrohr war im Abstand von knapp 10 cm zur Wand hochgeführt. In diesem Bereich fanden sich an der Wand deutliche Einbrandspuren.
Der Ofen wurde vom Besitzer selbst aufgestellt und in Betrieb genommen. Eine Abnahme der Installation durch den zuständigen Schornsteinfegermeister fand nicht statt. Der Ofen war bereits einige Jahre in Betrieb, bis er vor kurzer Zeit näher an die Wand gerückt wurde, um im vorderen Bereich etwas mehr Platz zu schaffen.
Die Regeleinrichtungen des Ofens zeigten bei der Untersuchung keinerlei Fehlfunktionen. Hinweise auf eine Fehlfunktion des Ofens gab es somit nicht. Als Ursache des Brandes wurde der zu geringe Abstand des heißen Ofenrohrs zur Holzwand festgestellt.


Lehren aus diesem Fall

  • Lassen sie Heizungsanlagen nur von Fachleuten installieren.
  • Neue Heizungsanlagen müssen vom Schornsteinfegermeister nach der Aufstellung besichtigt und abgenommen werden.
  • Achten sie darauf, daß sich brennbare Gegenstände in ausreichendem Abstand zu heißen Ofenteilen befinden.
  • Verändern sie die Installation des Ofens nicht nachträglich.


Sauna als Lagerraum

Brandspurenbild am Saunaofen. Einige der dort direkt angelagerten Gegenstände gerieten nach dem irrtüblichen Einschalten in Brand.
Bildquelle: LKA Baden-Württemberg, MM

Sachverhalt

Beim Bau des Hauses richtete der Bauherr im Keller eine Sauna ein, die in den ersten Jahren auch rege benutzt wurde. Über die Zeit wurden die Saunagänge immer seltener, bis die Sauna irgendwann nur noch ungenutzt herumstand. Was tun mit dem nun vergeudeten Platz? Und so wurde die Sauna dann als Lager- und Abstellraum verwendet.
Eines Tages, die Frau kam gerade vom Einkauf zurück, fand sie ein Großaufgebot der Feuerwehr vor ihrem Haus vor: Kellerbrand. Der direkte Brandschaden hielt sich in Grenzen, aber durch die offene Bauweise und einige offene Türen zog der Brandrauch durch das ganze Haus und machte es unbewohnbar.


Brandursache

Der Brandausbruchsbereich konnte auf die Umgebung des Saunaofens eingegrenzt werden. Es waren mehrere abgestellte Gegenstände nur aus Richtung des Ofens angebrannt. Festgestellt wurde außerdem, daß das Licht in der Sauna zum Zeitunkt des Brandes eingeschaltet war. Etwa eine Stunde vor Brandausbruch räumte die Hausbesitzerin noch einige Gegenstände in den Abstellraum (die Sauna). Das Licht in der Sauna wurde am Saunasteuergerät eingeschaltet, wo auch die Ofentemperatur eingestellt werden konnte und sich der Schalter des Ofens befand. Irrtümlicherweise schaltete sie beim Verlassen des Kellers am Steuergerät aber nicht das Licht aus, sondern den Ofen ein. Eine knappe halbe Stunde später entzündete sich durch die Hitze ein in der Nähe des Ofens abgestellter Karton (Bild: Brandspurenbild am Saunaofen).


Lehren aus diesem Fall

  • Nutzen sie eine betriebsbereite Sauna nicht als Lagerraum.
  • Nicht mehr verwendete Elektrogeräte sollten vom Stromnetz abgeklemmt werden, damit ein versehentliches Einschalten nicht zum Brand führen kann (ausschalten der Sicherung allein genügt nicht – die könnte jemand irrtümlich wieder einschalten; kam auch schon öfter vor, ergibt einen ähnlichen Brand).
  • Halten sie die Türen im Haus nach Möglichkeit geschlossen Tür zu, das vermindert die Schäden durch Rauch im Falle eines Brandes.


Advent, Advent...ein Tannenbaum brennt

Brandversuch mit einem Christbaum, der durch eine Wunderkerze entzündet wurde. Die Ausbreitung des Feuers auf den ganzen Baum benötigt nur wenige Sekunden.
Bildquelle: LKA Baden-Württemberg, MM

Sachverhalt

In der Weihnachtszeit kamen die Enkel zur Oma zu Besuch. Sie hatte den Christbaum bereits drei Wochen stehen und das Zimmer immer gut geheizt. Weil die Oma ihren Enkeln eine Freude machen wollte, brachte sie Wunderkerzen an den Ästen an. Kurze Zeit nach dem Anzünden war ein rasant schnellerwerdendes Knistern und Knacken zu hören, und innerhalb von Sekunden stand der Baum vollständig in Flammen. Die Bewohner retteten sich aus der Wohnung, ließen aber die Tür offen, so daß der Rauch in das Treppenhaus gelangte und dieses als Fluchtweg unpassierbar machte. Weitere Bewohner des Mehrfamilienhauses wollten gerade über die Treppe flüchten, als ihnen Feuer und Rauch entgegenschlugen. Sie wurden schwer verletzt, die Wohnung brannte völlig aus. Die Brandschäden außen reichten bis zum Dach des dreistöckigen Hauses.


Brandursache

Im Brandschutt wurden einige Wunderkerzen gefunden, deren Draht als Öse zum Aufhängen gebogen war, so daß der von den Zeugen geschliderte Sachverhalt bestätigt werden konnte.
In der Folge wurden von uns mehrere Entzündungsversuche mit trockenen Nadelbäumen durchgeführt. Nicht in jedem Fall klappte die Brandübertragung von den Wunderkerzen auf den Baum, wenn er jedoch einmal Feuer gefangen hatte, ging alles blitzschnell. Innerhalb weniger Sekunden breitete sich das Feuer auf den ganzen Baum aus. Die Hitzeentwicklung dabei war beachtlich.


Lehren aus diesem Fall

  • Lassen sie brennende Kerzen im Haus niemals unbeaufsichtigt.
  • Stellen sie einen Feuerlöscher oder einen Eimer Löschwasser bei Ihrem Christbaum bereit. Im Fall der Fälle haben sie keine Chance, wenn sie erst noch Wasser holen müssen.
  • Schließen sie bei der Flucht aus Gebäuden Türen und Fenster, damit Feuer und Rauch eingedämmt werden. Verständigen sie die Feuerwehr, Notruf 112.
  • Wenn sie das Gebäude wegen einer Verrauchung im Treppenhaus nicht verlassen können, bleiben sie in Ihrer Wohnung, machen sie die Tür zu und machen sie sich der Feuerwehr am Fenster bemerkbar.


Autor:



zurück zur Hauptseite