Fahrzeugbrand

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Ein Fahrzeugbrand ist der Brand eines PKW, LKW oder Busses, Luftfahrzeuges oder auch eines motorisierten Zweirades. Fahrzeugbrände sind sehr gefährlich, da sich oft noch Personen in dem brennenden Fahrzeug befinden können und außerdem viele Baumaterialien des Fahrzeuges (Kunststoffteile, Reifen usw.) beim Verbrennen im Brandrauch als Atemgift auftreten.
Das Mitführen eines Feuerlöschers in Kraftfahrzeugen ist in manchen Ländern sogar aufgrund dortiger fahrzeugzulassungsrechtlicher Vorschriften Pflicht.


brennender LKW nach einem Verkehrsunfall
Foto: PH

mögliche Ursachen

Ein Fahrzeugbrand kann verschiedene Ursachen haben:

  • als Folge eines Verkehrsunfalles
Der Brand muss hier nicht gleich entstehen. Es können Zündfunken sowohl beim Unfall selbst als auch bei den darauffolgenden Bergungsarbeiten entstehen, die ausgelaufenen Kraftstoff entzünden können.
Deshalb ist es wichtig, dass man nach einem Unfall, wenn möglich, die Autobatterie nicht nur abzuklemmen,
sondern komplett aus dem Fahrzeug zu entfernen. In einer Fahrzeugbatterie kann es auch zu einem Kurzschluss nach einem Unfall kommen.


Ein eher seltener Fahrzeugbrand. Es brennt ein Aktenvernichter-Fahrzeug in Düsseldorf.
Quelle: Gerhard Berger, TheNewshunter.com.
Technischer Defekt in einem Fahrzeugschalter - Brandspuren
Foto: Rainer Schwarz
so zu fahren ist riskant
Foto: BR
Fotodokumentation nach LKW-Brand auf einer Autobahn
Copyright:
Polizeifliegerstaffel NRW
Wo sich Technik befindet, kann es auch zu einem Brand kommen. Brandursache kann ein Technischer Defekt sein
Foto: Polizei Herford
Ein Rauchwarnmelder in einem Wohnmobil, um bei einem Fahrzeugbrand reagieren zu können.
Foto: Rainer Schwarz
Crashsensor für eine Campinggasflasche. Für ein Wohnmobil oder Wohnwagen überlebenswichtig.
Foto: Rainer Schwarz
Ein sehr guter Bericht zum Thema: Fahrzeugbrand mit technischem Hintergrund
hohe Hitzeentwicklung läßt das Fensterglas schmelzen
Foto: BR
Fest eingebauter Feuerlöscher in einem Porsche
Foto: Rainer Schwarz 1 -2011
Technische Defekte wie hier an einer landwirtschaftlichen Maschine. Foto: D. Schäfer
...ein großer Schaden entsteht bei diesem Brand.
Foto PGT
auch diese Busse hat es erwischt
BR 04 2011
  • Bremsen, die bei längeren Bergabfahrten oder durch technischen Defekt überhitzen, können einen Fahrzeugbrand auslösen. Deshalb sollte man bei Bergfahrten zurückschalten oder zwischendurch die Bremsen abkühlen lassen.
  • durch schadhafte Autoreifen: dies tritt meist bei Zwillingsbereifung von LKW auf. Einen Reifenschaden bemerkt man durch die vielen Räder nicht so schnell wie bei einem PKW. Auch ein geringer Luftdruck in der Bereifung kann dazu führen, dass der Reifen sich erhitzt und schließlich in Brand gerät.
  • durch schadhafte oder überlastete Kabel kann ein kompletter Kabelbaum verschmoren und in der Folge zu einem Kabelbrand führen. siehe Artikel Elektrische Sicherung
  • durch auslaufendes Benzin: Dies geschah früher öfter bei Vergasern. Der Kraftstoff läuft aus und kann sich dann am den heißen Teilen im Motorraum sowie am Auspuff entzünden.
  • durch Brandstiftung


technisch bedingte Brandursache, z. B. PKW Opel CIH

Die Camshaft in Head (CIH)-Motorenreihe der Adam Opel AG (ab 2005 GmbH) wurde in den 1960er Jahren in den USA bei GM in Detroit/Michigan ursprünglich für den Buick Riviera entwickelt. GM entschied sich dafür, das Aggregat in den neuen Opel-Reihen Rekord und KAD (Kapitän-Admiral-Diplomat – „Die großen drei aus Rüsselsheim“) zu verbauen. Die CIH-Motorengeneration mit der im Zylinderkopf, also oben liegender Nockenwelle löste ab 1965 die bis dato verwendeten, mehrfach „aufgebohrten“ Vorkriegskonstruktionen mit einer seitlichen (untenliegenden) Nockenwelle ab, da diese den Ansprüchen vor Allem in Sachen Drehzahlvermögen und Laufruhe nicht mehr gerecht wurden.






Da der Abgaskrümmer beim CIH-Motor direkt unter der Kraftstoffanlage lag, traten mit zunehmender Porösität der Kraftstoffschläuche, beschleunigt durch die Hitze, Benzinverluste auf mit der Folge eines Motorbrandes. Weiterer bekannter Schwachpunkt dieser Baureihe war die Kühlmittelpumpe, die selten mehr als 60.000 km überdauerte und durch die dann schlechte Kühlung eine Überhitzung des Motors verursachen konnte (zu geringe Förderleistung und schlechte Anordnung im Luftstrom, da längs eingebaut).

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technische Bauteile

Die Zylinderkopfdichtung, kurz auch Kopfdichtung genannt, ist zumeist ein sehr komplexes sowie thermisch und mechanisch hoch belastetes Bauteil. Ihre Herstellung ist aufgrund der dazu erforderlichen teuren Werkzeuge aufwändig. Eine defekte Zylinderkopfdichtung dürfte einer der verbreitetsten Motorschäden mit folgenden Auswirkungen sein: Die Verbrennungsgase gelangen an die Umgebungsluft. Folge: Rauchentwicklung, Gefahr von Motorbrand.


Vergaserbrand

Der Vergaser ist ein Maschinenbauteil zum Vermischen von Kraftstoff und Luft, um ein brennbares Gemisch zum Betrieb von Otto-Verbrennungsmotoren zu erzeugen und um die dem Zylinder zugeführte Gemischmenge zu steuern, oder allgemeiner um einen Energieträger zur Erzeugung von Wärme durch Hinzufügen von Luftsauerstoff zu verbrennen. Streng genommen ist der Vergaser ein Zerstäuber, denn der Kraftstoff ändert seinen Aggregatzustand nicht wie beim Vergasen, sondern wird feinstmöglich zerstäubt. Diese Vergasertypen wurden, auch aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit und Gefährlichkeit (Vergaserbrand), nur relativ kurze Zeit bei den ersten Verbrennungsmotoren verwendet.


elektrischer Kurzschluss

Ein Kurzschluss kann folgende Ursachen haben: Isolationsbruch, hervorgerufen z. B. durch Alterung Isolationsveränderungen durch ständige Beanspruchung der Isolationsmaterialien durch hohes elektrisches Feld ggf. mit Teilentladungen durch Überhitzung und nachfolgende Erweichung oder chemische Veränderungen der Isolation durch Einfluss von Wasser (es bilden sich Kriechwege oder der Isolierstoff nimmt Wasser auf) durch mechanische Beschädigungen der Isolierung (hoch beanspruchte Handgeräte, auf Baustellen) durch menschliches Versagen (Fehlschaltung, leitfähige Gegenstände, Werkzeuge) in elektrischen Schaltanlagen und Geräten bei Nichtbeachtung der Sicherheitsregeln Es wird zwischen Kurzschluss durch Berühren eines leitfähigen Körpers (Körperschluss) und Kurzschluss über einen Fehlerwiderstand (Wirkwiderstand und Blindwiderstand) unterschieden.



Kurzschluss bei Kleinspannung (12 V/20 A)Beim Kurzschluss über einen Fehlerwiderstand kann ein Lichtbogen mit einer charakteristischen Lichtbogenspannung entstehen. Der Lichtbogen verhält sich stark nichtlinear, er begrenzt den Strom nicht und verursacht große Temperaturen (5000 bis 15.000 °C) sowie Störspannungen. Durch seine thermische und ionisierende Wirkung können weitere Isolierbauteile Schaden nehmen. Da der Lichtbogen bei jeder Halbwelle des Wechselstromes nach dem Nulldurchgang der Spannung bei einer höheren Spannung zündet als verlöscht, verursacht er eine Phasenverschiebung des Stromes wie bei einer Phasenanschnittsteuerung.

In Dreiphasennetzen kann ein dreipoliger (symmetrischer), zweipoliger (zwischen je zwei von L1, L2 oder L3) oder ein einpoliger (unsymmetrischer, zwischen L1 und Erdungseinrichtungen) Kurzschluss entstehen. Der zweipolige Kurzschluss ist dabei derjenige, bei dem in Drehstromnetzen der größte Kurzschlussstrom fließt, da die Drehstromquelle trotz des Kurzschlusses relativ gering belastet ist und daher bei diesem Kurzschluss noch die meisten Energiereserven zur Verfügung hat. Es treten überdies Unsymmetrien auf, die in den anderen Leitern zu Überspannungen führen können. Die elektrischen Betriebsmittel (Aluminium-Seile, Trennschalter, Leistungsschalter, Stromwandler, auch tragende Eisenkonstruktionen sowie die Erdungsleiter) müssen daher nach dem maximal auftretenden 2-poligen Kurzschlussstrom bemessen sein. Dabei wird zwischen thermischem Erscheinungen (Wärmeerscheinungen) und dynamischem (magnetische Kraftwirkungen) Kurzschlussstrom unterschieden. Elektrotechnische Vorschriften und Richtlinien zur Berechnung des Kurzschlussstromes für Elektrische (Hochspannungs-)Schaltanlagen finden sich in der VDE-Norm 0102.


siehe dazu:


Sofortmaßnahmen

Wenn man einen Fahrzeugbrand in den ersten Minuten des Entstehens bekämpft, reicht meist ein Autofeuerlöscher oder eine Feuerlöschdecke, wenn sie im verunfallten Fahrzeug selbst oder in einem nachkommenden Fahrzeug mitgeführt wird. Wenn man tatenlos auf die Feuerwehr wartet, vergehen wertvolle Minuten, die leicht zu einem Vollbrand des Fahrzeugs führen können, den auch die Feuerwehr kaum mit mehr als Eingrenzen aufs Fahrzeug bekämpfen kann. Dieses brennt dann oft komplett nieder.

Entgegen den Darstellungen in manchen Spielfilmen gibt es in der Realität kaum Explosionen, sondern meist nur eine schnelle Flammenausbreitung.


siehe dazu:


VDA - die ganze Vielfalt des Automobils



Rettungskarten
Wir haben die direkten Links zu den Downloadseiten der verschiedenen Automobilhersteller gesammelt und stellen Sie hier völlig kostenfrei zur Verfügung!
Kraftfahrt-Bundesamt / Rückrufdatenbank
Rettungsleitfaden Feuerwehr vom VDA



Verhinderung weiterer Gefahren


Die Gefahren bei Fahrzeugbränden sind verschiedener Natur:

  • durch die Rauchentwicklung entstehen durch Ablenkung oft auch Folgeunfälle.
  • oft sind zu wenige oder keine Feuerlöscher zur Verfügung.
  • die ersten Maßnahmen werden aus psychologischen Ängsten vor Explosionen, wie oben beschrieben, nicht gesetzt.
  • durch mangelnde Übung reichen die geringen Löschmittel eines Handfeuerlöschers oft nicht aus, den Brand im Anfangsstadium zu bekämpfen.

Um die Folgewirkungen eines Fahrzeugbrandes möglichst gering zu halten, gibt es deshalb immer wieder gesetzerweiternde Bestrebungen, dass bei der Führerscheinausbildung, ähnlich einer Erste-Hilfe-Ausbildung, auch eine Grundunterweisung der Erstmaßnahmen bei Fahrzeugbränden erfolgen soll. Außerdem sollte wie der Verbandkasten verpflichtend auch ein Feuerlöscher mitgeführt werden. In manchen Ländern ist dies bereits heute der Fall.

Aber auch über automatische Löschanlagen, wie sie bei Formel-I-Fahrzeugen bereits im Einsatz sind, wird immer öfter nachgedacht.





siehe auch:


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