Ofen

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Ein Ofen oder Holzofen ist eine Vorrichtung zur kontrollierten Erzeugung von Wärme, meist durch Verbrennung von Brennholz und fossilen Brennstoffen wie Gas, Heizöl oder Kohle.

Brandschutzmängel: Ofen auf einer Holzpalette und kein Sicherheitsabstand
Foto: Peter Stephan
kein guter Platz zur Lagerung von Brennholz. An die Strahlungswärme denken
Foto: Rainer Schwarz
Ofen (1800) in Funktion im ältesten Gasthaus in Brügge
BR 0410
Ofen von Liesel und Manfred, der noch heute betrieben wird
Foto: BR
Steinofen am Brennerpass von 1879
Foto: BR


Öfen existieren in verschiedenen Bauformen und für verschiedene Anwendungen, von einfachen überkuppelten Feuerstellen zum Backen und Heizen bis zu den großen Hochöfen zum Erzeugen von Stahl des industriellen Zeitalters.


lesenswert:

Ofen-Wissen.de; Prüfung von Feuerstätten


Fotos: Rainer Schwarz



Anwendungen

Die erzeugte Wärme des Ofens wird für unterschiedliche Zwecke eingesetzt:


Heizung

  • Zimmerofen als Wärmequelle von Räumen, die Bauformen reichen vom einfachen
Holzofen, Kohleofen bis zu Kamin- oder Kachelöfen


Produktion

Industrieöfen umfassen Prozesse wie das Schmelzen, Anlassen, Härten, Tempern, Trocknen und Verformen von Werkstücken aus Metall, Ton, Glas und Kunststoff, Herstellung von Metallen (Schmelzprozesse und Pulvermetallurgie), Herstellung oder Behandlung von Stoffen für die Chemische-, Farben-, Holz-, Elektronik-, Fahrzeug- und Lebensmittelindustrie, aber auch Recycling, Bodenaufbereitung, Müllverbrennung.

Man unterscheidet verschiedene Ofenarten nach der Anwendung:



Deutschland ist neben den USA und Japan das wichtigste Herstellerland von Industrieöfen (in Deutschland gibt es ca. 270 Hersteller von Industrieöfen).


Ofenarten

  • Der Zeltofen wird zur Beheizung eines Zeltes wie z. B. einer Kohte verwendet.


  • nach Energiequelle
  • Der Solarofen nutzt die Energie des Lichtes der Sonne um mittels eines Spiegels in dessen Brennpunkt Wasser und Essen zu erwärmen.
  • Ofen für feste Brennstoffe (Scheitholz, Holz- Hackschnitzel, Holz- Pellets, Holz- Sägespäne, Braunkohlebriketts, Steinkohle, Papierfaser- Briketts)
  • Ofen für flüssige Brennstoffe, wie z. B. Öl oder Benzin
  • Ofen für zum Verbrennen von Gasen, wie zum Beispiel Erdgas oder Butan

nach Betriebszeit

  • Zeitbrand
  • Dauerbrand


  • nach Luftzufuhr

Unterschieden wird hier zwischen raumluftabhängiger und raumluftunabhängiger Luftzufuhr.

Eine raumluftabhängige Feuerstelle (z. B. ein offener Kamin) bezieht den zur Verbrennung nötigen Sauerstoff aus dem Innenraum: Der Betrieb ist abhängig von der Innenluft. Im Gegensatz dazu wird ein raumluftunabhängiger Ofen mit Sauerstoff von außen versorgt. Die Abkürzung für raumluftunabhängig ist RLU. Die Begriffe finden sich in Deutschland in der Feuerungsverordnung (FeuVO).

In älteren Gebäuden ist die Hülle des Hauses relativ undicht ausgeführt, so dass durch Leckagen z. B. an den Fenstern genügend Frischluft für die Verbrennung nachströmt. Bei der heute angewandten winddichten Bauweise ist diese Frischluftzufuhr nicht mehr automatisch gewährleistet. Daher gibt es raumluftunabhängige Öfen und Feuerungsanlagen denen die Verbrennungsluft über Leitungen oder Schächte zugeführt wird.


  • nach Baumaterial
  • Der aus Lehm gebaute Lehmofen
  • Der Kachelofen aus spezielle geformten Keramikplatten oder (in der frühen Neuzeit) mehr oder weniger schüsselförmigen Kacheln.


  • nach Art der Wärmeabgabe
  • Ein Warmluftofen gibt einen Strom warmer Luft an die Umgebung ab. Hierzu gehören z. B. auch Heizlüfter.
  • Ein Strahlungsofen (z. B. ein Grundofen) erwärmt seine Umgebung durch die nach außen dringende Brennwärme.


Historische Öfen

In Mitteleuropa sind Öfen bereits seit der jungsteinzeitlichen bandkeramischen Kultur belegt. Brennöfen zum Brennen von Keramik gibt es spätestens seite der Urnenfelderkultur.

  • Der Brasero ist ein mobiler Ofen auf Kohle oder Holzkohlebasis, der heute noch in Südamerika z. B. in Paraguay zum Kochen benutzt wird.
  • Zum Ausschmelzen von Eisen aus Erz oder Raseneisenstein benützten unsere Vorfahren Rennöfen.
  • Anagama sind aus dem ostasiatischen Altertum stammende, liegende Einkammer-Öfen.
  • Bügeleisenofen ist ein Ofen, an dem die zu erhitzenden Bügeleisen an der Seite abgelegt werden.
  • Ziegelofen ist ein zum Ziegelbrennen benutzter Ofen, welcher oft mit Kalksteinen ausgemauert war<ref>Hermann Kopp: Geschichte der Chemie, I-IV, Braunschweig 1843-1847, Neudruck Hildesheim 1966, Band II, S. 20</ref>.





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