Zigarette

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lange ist es her
Foto: Rainer Schwarz
diese Zigarette brannte etliche Minuten auf der Straße weiter
Foto: BR
Brand einer Böschung, verursacht durch eine Zigarette
Foto: Rainer Schwarz
Die Brandgefahr schlechthin, Kippen im Müll
Foto: Rainer Schwarz
Zigarette
Foto - Helge Storck
Waldbrandgefahr duurch achtlos weggeworfene Zigaretten
gesehen in Spanien: Rainer Schwarz
Wetten, diese Zigarette wird nicht im Auto entsorgt
Foto: BR
durchgebranntes Terrassendach, eine Zigarette wurde weggeworfen
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diese Schlafcouch wurde fast zum Grab
Foto: BR
Eine schöne ältere Blechschachtel für Zigaretten.
Foto: Rainer Schwarz 012010
Zigarettengeschäft in Füssen
Foto: Rainer Schwarz 1-2009
ohne Worte
Foto: BR 0110


Eine Zigarette (von franz.: cigarette für kleine Zigarre) ist ein Tabakerzeugnis, das aus den fermentierten, getrockneten und feingeschnittenen Blättern der Tabak-Pflanze hergestellt wird, die in Papier gestopft oder gerollt werden.

Es ist erwiesen, dass das Rauchen von Tabak, auch in Zigarettenform, auch das so genannte Passivrauchen, gesundheitsschädlich ist und sehr schnell zu einer starken körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen kann. Es erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen und kann insbesondere verschiedene Formen von Krebs und Herzkrankheiten verursachen.


Achtung:


Geschichte

Tabak wurde von mittelamerikanischen Indianern in Maispapier eingerollt geraucht und von den spanischen Kolonisatoren Mitte des 16. Jahrhunderts nach Europa gebracht. 1586 wurde das Tabakrauchen in England eingeführt und breitete sich über Holland in ganz Europa aus. Tabak wurde sonst hauptsächlich geschnupft.

Zigaretten wurden um 1850 zum ersten Mal in den Zigarrenfabriken in Frankreich und Südspanien aus Tabakresten hergestellt. Diese wurden gesammelt und in Papier gewickelt und zunächst vor allem von den Arbeiterinnen der Fabriken geraucht, da sie sehr viel preiswerter waren als Zigarren. Die erste Zigarettenfabrik (Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze) wurde in Deutschland 1862 in Dresden eröffnet, die erste österreichische 1865. Bereits 1854 wurde in Köln-Sülz die „Maschinenfabrik Wilhelm Quester“ gegründet, das erste Unternehmen, das Verarbeitungsmaschinen für das Schneiden, Trocknen und Rösten von Tabak herstellte.

Nach dem Ersten Weltkrieg bildeten sich die heute bekannten, großen Tabakkonzerne. In Deutschland überwog bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch die Herstellung in Handarbeit in kleinen und mittleren Betrieben, während in den USA die maschinelle Herstellung schon weiter verbreitet war.


Herstellung - Zigarettenfabrik

Die Herstellung einer Zigarette in einer Zigarettenfabrik gliedert sich grob in zwei Bereiche:

  • Tabakaufbereitung (Primär)
  • Zigarettenherstellung, Filterherstellung (Sekundär)

Neben diesen Bereichen, in denen die einzelnen Bestandteile einer Zigarette hergestellt und zusammengeführt werden, gibt es natürlich auch Bereiche für die Lagerung von Rohstoffen und Fertigwaren sowie ein Materiallager. Eine ausgeklügelte Logistik sorgt dafür, dass die Rohstoffe und Verbrauchsmaterialien immer zur richtigen Zeit an der richtigen Anlage/Maschine sind und die Fertigprodukte in den Handel gelangen.


Handarbeit

Nicht unwesentlich ist auch die Herstellung von Zigaretten in Handarbeit (umgangssprachlich: Drehen). Dazu wird Feinschnitttabak locker in Zigarettenpapier eingerollt. Dies kann entweder nur mit den Händen oder, wenn die Fingerfertigkeit nicht ausreicht, mit einfachen Zigarettendrehmaschinen geschehen. Das zumeist gummierte Zigarettenpapier wird zum Abschluss mit Speichel befeuchtet und verklebt. Eine weitere Variante ist die Verwendung von Zigarettenstopfmaschinen, mit denen sich eine annähernd gleiche Qualität wie bei gekauften Filterzigaretten erzielen lässt.

Überragender Tabak wird abgezupft und dem Tabakvorrat wieder zugeführt. Nach einer massiven Tabaksteuererhöhung in den 1990er Jahren stellten die Tabakproduzenten in Deutschland das Angebot für Feinschnitttabak von 50-Gramm- auf 40-Gramm-Packungen um. Diese waren damit um ein Fünftel preiswerter als bisher. 25-Gramm-Packungen gibt es allerdings auch. Im Ausland, wie etwa in Luxemburg, wird der normale Tabak weiter in 50-Gramm-Päckchen verkauft. Seit 2006 werden vermehrt 35-Gramm-Packungen statt der 40-Gramm-Packungen angeboten.

Einen hohen Marktanteil haben inzwischen so genannte Billigtabake, die als No-Name-Produkt in Supermärkten und bei einigen Tabakhändlern zu erwerben sind und in der Regel um etwa ein Fünftel billiger als die Markentabake sind.

Sorten und Marken

Fertig produzierte Zigaretten sind in verschiedenen „Stärkegraden“ erhältlich, die sich in erster Linie durch ihren Nikotingehalt unterscheiden. Der Rauch einer Zigarette darf seit 1. Januar 2004 gemäß EG-Vorschrift laut Standardmessung höchstens 1,0 mg Nikotin enthalten. Zigaretten ab einem Wert von 0,8 mg werden durch die Erzeuger mit Bezeichnungen wie „Full Flavor“ (dt. voller Geschmack) versehen. Für Zigaretten mit geringerem Nikotingehalt existiert eine weitergehende Nomenklatur von Stärke-Kategorien, allerdings dürfen diese Bezeichnungen in vielen Ländern nicht mehr zu Vermarktungszwecken verwendet werden (unter anderem gilt dies seit 2003 für die EU laut EG-Richtlinie 2001/37/EG [1])): Medium (ca. 0,7 mg), Light oder mild (ca. 0,4–0,6 mg) und Super- oder Ultralight (0,4 mg und weniger).

Das Verbot, die Namen von Zigarettenmarken mit Zusätzen wie „Medium“, „Light“ oder „mild“ zu versehen wird damit begründet, dass diese Ausdrücke von den Verbrauchern als Hinweis auf eine verminderte Gesundheitsgefahr gedeutet werden könnten. In der Folge haben die Zigarettenhersteller ihre entsprechenden Varianten in uneinheitlicher Weise umbenannt: So heißt es statt Full Flavor teilweise „Red“, statt Light häufig „Blue“, „Silver“ oder „Gentle Flavor“ und statt Superlight „One“ oder „Number One“. Der Trend geht offenbar immer mehr zur Verwischung der alten Stärke-Kategorien, da der Verbraucher diese nur noch über die klein gedruckte Nikotin-Angabe differenzieren kann. Zudem gibt es Varianten einzelner Sorten, die zwar „Full Flavor“ im Sinne von „Voll im Geschmack“ sind (oder zumindest so beworben werden), jedoch geringere Nikotinwerte haben.

Da Nikotin der hauptsächliche Sucht erzeugende Inhaltsstoff des Zigarettenrauchs ist, bleibt dennoch der Nikotingehalt das wichtigste Unterscheidungssmerkmal. Es gilt als erwiesen, dass die tatsächlich beim Konsumenten ankommende Nikotinmenge entscheidend durch das Rauchverhalten beeinflusst wird: So neigen Raucher bei Zigaretten, deren Rauch geringere Mengen an Nikotin und Teer enthält, zu tieferem Inhalieren, um mehr Nikotin aufnehmen zu können. Zudem verspüren Raucher nach dem Rauchen einer solchen Zigarette oft noch weiterhin den „Bedarf“ nach Nikotin, weshalb der Wunsch nach einer weiteren Zigarette erhalten bleibt. Anreicherungen von Ammoniak und Harnstoff erhöhen zudem den pH-Wert des Rauchs, wodurch die Lunge wesentlich mehr Nikotin aufnehmen kann. Dadurch kann der tatsächlich aufgenommene Nikotinanteil selbst bei so genannten „Light“-Zigaretten dem von herkömmlichen Markenzigaretten entsprechen. Die Suchtgefahr die von diesen Zigaretten ausgeht, ist demnach genauso hoch.

Vereinzelt unterscheiden sich die Varianten durch die den Zigaretten beigesetzten Aromen; hier ist insbesondere an Mentholzigaretten zu denken, aber auch an Spezialitäten wie Vanille- oder Nelkenzigaretten (Kretek). Die zur Aromatisierung des Tabaks eingesetzten Zusatzstoffe sind nicht deklarationspflichtig und werden von den Herstellern in der Regel nicht veröffentlicht. Sie prägen den sortentypischen Geschmack grundlegend und tragen zugleich dazu bei, die Inhalation des Zigarettenrauches zu erleichtern. Die Zigarette wird zu einem leichter konsumierbaren Produkt, was insbesonders auf jüngere Verbraucher abzielt.

Den weitaus größten Marktanteil genießen heutzutage Zigaretten aus Mischungen heller Tabake, z. B. dem so genannten American Blend (dt. amerikanische Mischung), einer Mischung aus 60 % Virginia-, 30 % Burley- und 10 % Orienttabak. Geringere und weiter abnehmende Marktbedeutung haben Zigaretten aus schwarzen Tabaken.

In der Regel werden Zigaretten mit Filter, seltener ohne angeboten. Der Filter einer Zigarette besteht aus Celluloseacetat, einem Stoff mit faseriger Struktur. Dieser Zigarettenfilter bewirkt eine teilweise mechanische Zurückhaltung von Partikeln und Alkaloiden (z. B. Nikotin) aus dem Tabakrauch. Zusätzlich kann das Mundstück einen Aktivkohlefilter enthalten und/ oder zur Geschmacksverfeinerung gesüßt sein.

Die übliche Länge einer Zigarette beträgt 74–85 mm, welche von den Herstellern auch unter der Bezeichnung „King Size“ vermarktet werden. Daneben gibt es Überlängen (100 mm, 120 mm), aber auch kürzere 70-mm-Zigaretten. Letztere sind etwa in Osteuropa und Nordafrika noch häufig anzutreffen.

Aufgrund niedrigerer Besteuerung hat in Deutschland der Markt für Nicht-Fertigzigaretten besondere Bedeutung, mit steigender Tendenz. Hierunter fällt zuallererst der Klassiker Drehtabak, also Feinschnitt, der vom Konsumenten erst mit Hilfe von gesondert gekauftem Zigarettenpapier und eventuell Drehfiltern zu Zigaretten verarbeitet wird. Als neuere Variante werden sogenannte Tabak-Sticks (vorportionierter Feinschnitt) angeboten. Diese haben zwar bereits eine Hülle aus Papier, sind aber so nicht rauchbar und müssen erst manuell in eine Zigarettenhülle eingeschoben werden. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 10. November 2005, müssen die sogenannten Tabak-Sticks allerdings zukünftig wie Fertigzigaretten besteuert werden.

Ebenfalls aus Gründen der geringeren Steuer und des somit geringeren Preises gibt es in Deutschland seit einigen Jahren zigarettengroße Filterzigarillos zu kaufen, die sich wie Zigaretten rauchen lassen.

Der weltweit größte Zigarettenhersteller ist Philip Morris (eine Tochterunternehmen der Altria Group) mit Marken wie Marlboro, Merit, Chesterfield und vielen anderen.


Inhaltsstoffe

Dem natürlichen Tabak wird während der Herstellung eine Vielzahl von Stoffen zugesetzt. Auch im Zigarettenpapier stecken zusätzliche Chemikalien. Darüber hinaus entstehen viele weitere Substanzen, die sich im Tabakrauch befinden, erst durch den Verbrennungsvorgang.


Dem Tabak zugesetzte Stoffe

Dem Tabak werden viele Stoffe zugesetzt, um die Aufnahme des Nikotins und dessen Wirkung im Körper zu verstärken und somit das Suchtpotenzial zu erhöhen. <ref>Kinderaerzte-Lippe.de</ref><ref>untersuchungsämter-bw.de</ref>. Einige Stoffe haben die Eigenschaft, den Tabakrauch selbst für Kinder erträglich zu machen.

Eine Großzahl von Zusatzstoffen wird nach Angaben der Tabakkonzerne zur Geschmacksverbesserung, zum Feuchthalten, zum Konservieren, für bessere Verbrennung und zum Binden der Bestandteile eingesetzt <ref>bat-ingredients.com</ref>.


Inhaltsstoffe des Tabakrauches

Im Rauch einer (durchschnittlichen) Zigarette befinden sich bis zu 12.000 verschiedene Stoffe, darunter in der Gasphase <ref name="Rauch">D. Hoffmann, I. Hoffmann, K. El-Bayoumy (2001): The less harmful cigarette: a controversial issue. A tribute to Ernst L. Wynder. Chem Res Toxicol, 14, S. 767–790, zitiert nach: Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Nichtraucherschutz wirkt – eine Bestandsaufnahme der internationalen und deutschen Erfahrungen. (PDF; 2,5 MB) Heidelberg, 2010</ref> (die Inhaltsangaben für den Zigarettenrauch beziehen sich auf maschinelles Abrauchen nach DIN/ISO-Norm):

Verbindung Menge
Kohlenmonoxid 14–23 mg
Stickstoffoxid 100–600 µg
Blausäure 400–500 µg
Butadien 24–40 µg
Benzol 12–50 µg
Styrol 10 µg
Formaldehyd 20–100 µg
Acetaldehyd 400–1400 µg
Aceton 100–650 µg
Acrolein 60–140 µg
Aliphatische Amine 3–10 µg


In der Partikelphase sind u. a. folgende Verbindungen nachweisbar:

Verbindung Menge
Nikotin 1000–3000 µg
Nornikotin 50–150 µg
Nichtflüchtige Kohlenwasserstoffe 300–400 µg
Naphthalin 2–4 µg
Naphthalinderivate 3–6 µg
Phenanthrene 0,2–0,4 µg
Fluorene 0,6–1,0 µg
Pyrene 0,3–0,5 µg
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe 0,1–0,25 µg
Phenol 80–160 µg
Benzofurane 200–300 µg


Weitere Stoffe, die im Tabakrauch nachgewiesen werden konnten, sind:


  • Der Tabak verbrennt durch Redoxreaktion in der Glutzone wenn Luft durchgezogen wird. Dabei entsteht bei Zigaretten eine Temperatur von 800 °Grad Celsius bis 1100 °C, bei Zigarren von 580 °C bis 660 °C und bei Pfeiferauchen verglüht der Tabak bei 420 °C bis 500 °C in oxidierender Atmosphäre.
  • Der Tabak verschwelt hinter dem Glutkegel und im Inneren des Glutkegels bei reduzierender Atmosphäre, dies bewirkt eine unvollständige Verbrennung sowie eine thermische Zersetzung (Pyrolyse). Diese Verschwelung setzt viele schädigende, „ungesättigte“ Verbindungen, Kondensations- und Polymerisationsprodukte frei. Sie läuft je nach Abstand von der Glutzone bei 200–600 °C ab.
  • Im Tabak enthaltene flüchtige Anteile verdampfen und destillieren in einer Verdampfungs- und Destillationszone hinter dieser Schwelzone. Niedrig siedende Stoffe gehen direkt in den Rauch über. Der beim Verrauchen freiwerdende Wasserdampf nimmt durch Wasserdampfdestillation und Extraktion Schadstoffe mit sich und so gelangen auch Nikotin und ätherische Öle in den Rauch.


Filter

Ein Zigarettenfilter soll den Anteil gesundheitsschädlicher Stoffe wie Kondensat und Gase im Rauch der Zigarette verringern. Zudem wird durch den Filter der Rauch etwas milder, weshalb ihn manche Raucher für einen intensiveren Geschmack entfernen. Bei einer klassischen Filterzigarette ist der Filter umhüllt von einem korkfarbenen Mundstück, um die Braunfärbung des Filters nicht sichtbar werden zu lassen. Bei einigen Zigarettenmarken, die sich vorwiegend an weibliche Zielgruppen richten, werden auch weiße Mundstücke verwendet. Die meisten industriell gefertigten Zigaretten sind mit einem Filter versehen, Selbstdreher können sie im Tabakhandel kaufen.


Herstellung

Der Grundstoff für die Herstellung von Zigarettenfiltern ist Cellulose (gewonnen aus Holz). Sie wird in einem aufwändigen chemischen Prozess zu Celluloseacetat umgewandelt. Die Acetat-Flocken werden in Aceton gelöst und aus einer Spinnlösung heraus zu langen Fäden gesponnen. Der Durchmesser der Fasern liegt bei 30-50 µm, siehe kleines Mikrofoto oben rechts. Sehr viele Fäden werden zu einem Endlos-Band zusammengeführt. Die Verklebung mit Triacetin erfolgt punktuell, um die Gasdurchlässigkeit zu erhalten. Der Filter hält Partikel bis zu einem Durchmesser von weniger als 0,2 µm zurück.


Unwirksame (Light-)Leichtzigaretten

Tabakzusatzstoffe

Nahezu 100% aller Raucher von vermeintlich „leichten“ Zigaretten kompensieren durch ihr Rauchverhalten die Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Giftaufnahme führen sollen <ref name="tabakkontr">Verbraucherinformation bei Tabakkontrolle.de</ref> Dazu zählt mehr Rauchen, tieferes Inhalieren oder die Löcher im Filter mit Lippen und/oder den Fingern zu verdecken. Bei vielen „leichten“ Zigaretten wird der Filter mit winzigen Löchern versehen. Dadurch soll der Rauch mit Luft verdünnt werden, so dass er weniger Teer und Nikotin enthält. Dies ist tatsächlich der Fall, wenn man die Zigarette in ein Rauchmessgerät einsteckt. Verdeckt der Raucher einen großen Teil der Löcher beim Inhalieren, so enthält der inhalierte Rauch ein Vielfaches der Konzentrationen von Teer und Nikotin und den anderen Giften, als es den Angaben auf der Schachtel entspricht. Diese Tatsache wurde bereits 1969 durch die sog. „Lippenstudie“ des Tabakkonzerns Philip Morris bekannt, jedoch wurden die Bezeichnungen „light“ bzw. „mild“ erst ab 2003 von der EG verboten. Vermeintlich leichte Zigaretten enthalten oft sogar stärkeren Tabak als „normale“ Zigaretten, durch die Filterkonstruktion soll dann ein Teil der Schadstoffe wieder herausgefiltert werden. Andererseits kann man einwenden, dass unter diesen Gesichtspunkten das EU-Verbot von Zigaretten mit mehr als 10 mg Teer zu den hier genannten Auswirkungen im Widerspruch steht.

Auch die chemische Aufbereitung von Tabak sorgt dafür, das bei den maschinellen Messungen geringere Schadstoffwerte, vor allem Nikotin, gemessen werden, als von der Lunge tatsächlich aufgenommen werden. Menthol und Ammoniak sind 2 dieser Stoffe. Menthol ist in nahezu jeder Zigarette enthalten, oft unter der geschmacklich wahrnehmbaren Grenze. So wird mit dem Etikett „Leicht“ ein Eindruck erzeugt, der nicht der Realität entspricht. Seit der Gesetzesänderung, die die Bezeichnung „Light“ und „Mild“ im Zusammenhang mit Tabak verbot, werden die leichten Zigaretten vor allem über die auf den Packungen aufgedruckten Werte als vermeintlich leichtere Zigaretten gekennzeichnet.


Feinste Fasern

Beim Inhalieren werden feinste Fasern mit in die Lunge transportiert, die die Anzahl der inhalierten Substanzen steigern. Gleichzeitig führt der größere Widerstand beim Saugen zu einer längeren Saugphase und somit zu einer tieferen Inhalation als bei filterlosen Zigaretten. Daher ist es umstritten, ob Filterzigaretten weniger schädlich sind als filterlose.<ref name="bund">Freisetzung von Celluloseacetatfasern und Kohlepartikeln aus Zigarettenfiltern</ref>


Feuer im Bett, wodurch auch immer verursacht, beinhaltet Lebensgefahr
Foto: BR 1108

Gesundheitsgefahren

Das Alkaloid Nikotin gehört zu den am schnellsten süchtig machenden Substanzen überhaupt und verursacht Nikotinabhängigkeit. Das Rauchen von Zigaretten kann zu schwersten gesundheitlichen Schäden führen und reduziert die durchschnittliche Lebenserwartung. Nach Erkenntnissen der WHO, der Europäischen Union und vieler Gesundheitsbehörden kann das Rauchen von Tabakwaren als gesicherte Ursache von Lungenkrebs, Kehlkopf-, Mund- und Luftröhrenkrebs ausgemacht werden. Zudem kann das Rauchen zu Unfruchtbarkeit führen und erhöht insbesondere bei Männern das Herzinfarktrisiko. Bei Frauen ist das Rauchen in der Schwangerschaft mit Risiken für das ungeborene Kind verbunden und erhöht das Risiko von Totgeburten. Etwa jeder vierte Raucher stirbt an den Folgen seiner Sucht, jährlich sind das zirka 110.000 Menschen in Deutschland. Unangenehme Nebenwirkungen sind zudem die frühzeitige Alterung der Haut, Mundgeruch und das Herabsetzen des Geruchssinns.

Eine weitere oft unterschätzte Gefahr geht von den Feinstaubpartikeln im Rauch aus. Die Partikel sind lungengängig und lagern sich mitsamt den anderen Schadstoffen in der Lunge ab. Auch eine geringe Strahlenbelastung geht von den meisten Zigaretten aus, da die zur Herstellung benötigten Tabakpflanzen mit dem radioaktiven Zerfallsprodukt Polonium belastet sind.

Besonders riskant sind Billigzigaretten aus Schmuggelware oder Internethandel. Bei diesen kann die Belastung mit Pestiziden bis zu 200-mal höher liegen als die zulässigen Grenzwerte, was das Risiko für Krebserkrankungen und Nierenschäden erhöht.


Verzehr von Zigaretten

Eine zusätzliche Gefahr stellen von Kleinkindern im Spiel verzehrte Zigaretten oder Zigarettenkippen dar. Eine Zigarette setzt im Magen zirka 12 Milligramm Nikotin frei, was 10-20 Prozent der tödlichen Dosis für Erwachsene entspricht. Als Sofortmaßnahme sollte Erbrechen herbeigeführt und das Kind unverzüglich in ein Krankenhaus gebracht werden<ref>Christoph Drösser (Stimmt’s?): Gefährliche Mahlzeit. In: Die Zeit. Nr. 23/2002</ref> – andere Quellen widersprechen: Erbrechen sollte bei Verdacht auf Nikotinvergiftung nicht ausgelöst werden.<ref>Gemeinsames GiftInformationszentrum, Häufige Vergiftungen durch Nikotin. Stand Jan. 2008 (PDF; 41 kB)</ref>


Brandgefahr durch Zigaretten

Laut Europäischer Kommission werden die meisten Brände mit Todesfolge in Europa durch unbeaufsichtigt brennende Zigaretten ausgelöst. Seit dem 17. November 2011 soll dieses Risiko durch eine Sicherheitsschranke, das so genannte RIP- bzw. LIP-Verfahren (für Reduced Ignition Propensity bzw. Lower Ignition Propensity) eingedämmt werden. Die Kommission hat hierzu im Amtsblatt der Europäischen Union Sicherheitsbestimmungen veröffentlicht, mit denen die Entflammbarkeit von Zigaretten vermindert wird. Erreicht wird dies dadurch, dass das Zigarettenpapier durch Ringe an zwei Stellen verstärkt wird. Hier kommt weniger Sauerstoff durch das Papier, so dass die Glut verlischt, wenn der Raucher nicht an der Zigarette zieht.Dieses Verfahren gibt es bereits in mehreren Ländern außerhalb Europas etwa in den USA, Kanada und Australien und seit April 2010 auch in Finnland.

Auch Luftströmung von außen facht Zigarettenglut an. Dennoch ist es weit verbreitete Unsitte, Zigarettenasche vom Fahrtwind abstreifen zu lassen und noch glimmende Zigaretten(reste) aus Kraftfahrzeugen zu werfen. Asche wird so im Luftraum verwirbelt, landet insbesondere in den ungeschützten Augen von Radfahrern. Zigarettenreste oder die Glut alleine landen bisweilen auf brennbaren Teilen nachfolgender Fahrzeuge. Eisenbahnwaggonfenster sind heute überwiegend dauerhaft geschlossen. Brennende Zigaretten werden auch aus Hausfenstern oder auf der Straße von Nichtmotorisierten weggeworfen, sie fallen bisweilen durch nicht verglaste oder genügend fein vergitterte Kellerfenster zum Keller hinein.



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