Brennholz

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wohlige Wärme
Foro: Rainer Schwarz

Mit Brennholz oder Feuerholz wird Holz bezeichnet, das zum Heizen oder Kochen genutzt wird.

Trockenes Holz wird zur Verbrennung in einem Nutzfeuer verwendet. Es ist der älteste Brennstoff der Menschheit und wird seit ca. 400.000 Jahren genutzt. Während man im 20. Jahrhundert in den Industrieländern von der Brennholznutzung zugunsten von Brennmitteln mit höherer Energiedichte und geringeren Preisen abkam, wird seit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder zunehmend Wärme mit Brennholz gewonnen. In Entwicklungsländern wird zum Kochen — zur Vermeidung von Rauch bei offenen Feuerstellen — anstelle von grünem frischen Holz oft von Köhlern hergestellte Holzkohle verwendet.

Brennholz oder Feuerholz sind weitgefasste umgangssprachliche Begriffe für Energieholz, welcher der Oberbegriff für die verschiedenen Handelsformen, wie zum Beispiel Ofenfertiges Stückholz, Scheitholz, Rundholz und Brennreisig, ist. Holzpellets und Holzbriketts bestehen auch aus Holz, zählen aber umgangssprachlich nicht zum Brennholz. Hierbei ist die erhaltene Struktur entscheidend.

Außerdem unterscheidet man:

  • naturbelassenes Holz (stückig oder Hackschnitzel)
  • Restholz (von Baustellen, Produktionsabfälle aus holzverarbeitenden Industrien)
  • Altholz (Gebäudeabbrüche, Möbel, hölzerne Verpackungen)
  • problematische Holzabfälle (intensiv mit Holzschutzmitteln behandelt, halogenorganisch beschichtet)

Eine große Bedeutung hat der Heizwert für das Brennholz. Weitere relevante Eigenschaften können die Brenndauer sowie die Optik und der Geruch beim Verbrennen sein.



Fotos: Rainer Schwarz



Eigenschaften- Heizwert

Feuerschale. der Heizwert ist sekundär
Foto: Rainer Schwarz

Da Holz ein Naturprodukt ist, unterliegt sein Aufbau und seine Zusammensetzung Schwankungen. Das kann sich auch auf den Heizwert pro Masse (zum Beispiel in kWh/kg) oder pro Volumen (zum Beispiel in kWh/Kubikdezimeter) auswirken.

Beim Heizwert je Masseneinheit (kWh/kg oder MWh/t) spielt die unterschiedliche Dichte der Holzarten keine Rolle. Wichtig ist jedoch der Wasseranteil, er wird angegeben als Wassergehalt w%

Der Heizwert von feuchtem Holz ergibt sich aus dem Heizwert der in ihm enthaltenen Trockenmasse, von welchem die Energie abgezogen werden muss, die zum Verdampfen des Wasseranteils benötigt wird. Diese beträgt 0,63 Kilowattstunden je kg Wasser.

Absolut trockenes Laubholz hat einen Heizwert von ca. 5 kWh/kg. Der Heizwert von Nadelholz liegt mit 5,2 kWh/kg aufgrund der anderen chemischen Zusammensetzung (höherer Harzanteil) des Holzes etwas höher.


Beispielberechnung für den Heizwert</br>von 1 Kilogramm Brennholz mit 20 % Wassergehalt:
80 %   *   5,2
kWh
   −    20 %   *   0,63
kWh
   =    4,03
kWh

Heizwert der
absoluten
Trockenmasse
minus Verdampfungs-
Wärme des
Wasseranteils
gleich Heizwert
normal
Heizwert von 1 kg Brennholz (Trockenmasse):  5,2 kWh</br>Energie zum Verdampfen von 1 kg Wasser:     0,63 kWh

Aus der Beispielrechnung ergibt sich, dass die Abnahme des massebezogenen Heizwertes mit zunehmendem Wasseranteil hauptsächlich auf der Verringerung des Trockenmasseanteils und erst zweitrangig auf der zunehmenden Verdampfungswärme des Wassers beruht (welche die Energieausbeute beim Verbrennen verringert).


Heizöläquivalent und Energiedichte

Als Heizöläquivalent bezeichnet man die Heizölmenge, die den gleichen Heizwert wie die vorgegebene Brennstoffmenge hat. Da der Brennholz-Heizwert vom Wassergehalt abhängt, muss dieser zu jeder Heizwertangabe mit angegeben werden. Absolut trockenes Holz (atro) mit 0 % Wassergehalt ist nicht durch natürliche Trocknung, sondern nur durch technische Trocknung erreichbar. Der Endpunkt der natürlichen Trocknung ist der Zustand „lufttrocken = lutro“ mit ca. 15 % Wassergehalt. Das Heizöläquivalent kann benutzt werden, wenn man den Holzeinkauf mit den Kosten der äquivalenten Heizölmenge vergleichen will. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Heizwert je Raummeter (Rm) einer Holzart eine starke Schwankungsbreite besitzt, die aus der Schwankungsbreite der Holzdichte und der Schwankungsbreite des Umrechnungsfaktors Festmeter (Fm, m3) nach Raummeter resultiert. Untenstehende Tabelle enthält den Mittelwert des Heizwertes je Rm einer Holzart.

Holzart lufttrocken Heizwert kWh/kg Heizwert MJ/kg Heizwert MWh/Rm Rohdichte in kg/dm³ Handelsdichte kg/Rm
Buche, Esche 4,2 15 2,0 0,74 480
Eiche 4,2 15 2,0 0,69 470
Birke 4,2 15 1,9 0,68 450
Lärche 4,3 15,5 1,8 0,58 420
Kiefer 4,3 15,5 1,6 0,51 360
Fichte 4,3 15,5 1,4 0,44 330
Heizöl 12 43 10 0,84 840
Kohle 7,8–9,8 28–35 0,6–1,9

Ein Raummeter trockenes Laubholz ersetzt ca. 200 l Heizöl oder 200 m³ Erdgas. Nadelhölzer haben dagegen einen leicht höheren Heizwert je Gewichtseinheit, nehmen aber aufgrund ihrer geringeren Massedichte mehr Raum ein und brennen schneller ab.


Entzündung

Vor dem Anzünden schichtet man in den anzufeuernden Ofen zuerst leicht entflammbares trockenes holzreiches Zeitungspapier und darauf locker geschichtete Reste von Wellpappe oder gleich feines trockenes Spanholz oder Hackgut, als gleichwertige Zündhilfe wird auch wachsgetränkte Holzwolle verwendet. Durch die Verwendung des leicht brennbaren Papiers genügt die Flamme eines Streichholzes zum Anzünden. Aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit des Holzes verbunden mit dem dadurch schnellen Erreichen des Flammpunktes des Holzes bzw. ausgasender Holzbestandsteile (Terpene bei Nadelholz, ätherische Öle bei Birken- oder Buchenholz, Wachsdampf bei Zündhilfen) entzünden sich die Spanhölzer schnell und setzen in der Folge gröbere Scheithölzer oder Braunkohlebriketts in Brand.

Werden die Scheithölzer oben auf die Zündhilfe geschichtet, kommt es zu einem oberen Abbrand, bei dem aus dem Scheitholz ausgasende Holzbestandteile vor dem Durchzünden dieser Rauchgase unverbrannt den Schornstein verlassen, wird das Feuer auf den dicken Scheithölzern entfacht, dann werden deren ausgasende flüchtigen Verbindungen durch die Brandzone geleitet, was einem unteren Abbrand gleichkommt. Dabei wird der Brennstoff effizienter genutzt. Beim Verbrennen von feuchtem Holz kondensieren diese flüchtigen Stoffe vereint mit dem ausgasenden Wasserdampf oder Wassernebel und werden zusammen mit Rußteilchen als Qualm wahrgenommen.


Verbrennung

Die Holzverbrennung ist ein zweistufiger Vorgang mit Vergasung des Holzes als erstem und Oxidation von Gasen und Holzkohle als zweitem Teilprozess.

Bei der Verbrennung von Holz laufen folgende Teilprozesse zum Teil gleichzeitig und zum Teil nacheinander ab:

  • Erwärmung des Brennstoffs durch Rückstrahlung von Wärme aus Flamme, Glutbett und Feuerraumwänden sowie infolge Durchströmung mit heißem Abgas
  • Abdampfung leichtflüchtiger Holzbestandteile (Terpene etc.)
  • Trocknung durch Verdampfung und Abtransport des Wassers (ab 100 °C)
  • Zersetzung des Holzes durch Temperatureinwirkung (ab 250 °C)
  • Vergasung des Holzes mit Primärluft zu Gasen und festem Kohlenstoff (ab 250 °C)
  • Vergasung des Kohlenstoffs (ab 500 °C)
  • Oxidation der brennbaren Gase zu Kohlenstoffoxiden (Kohlenmonoxid und Kohlendioxid) und Wasser bei Temperaturen ab 700 °C bis rund 1500 °C (maximal rund 2000 °C)
  • Wärmeabgabe der Flamme an die umgebenden Wände und den neu zugeführten Brennstoff
  • alle trocknenden und verdampfenden Vorgänge führen zur Temperaturverminderung der Flamme bzw. des Abgases d. h. zur Heizwertverminderung des Brennstoffes

In einer Holzfeuerung erfolgt die Freisetzung dieser Stoffe durch Vergasung des Holzes (bei Luftmangel, d. h. Verbrennungsluftverhältnis Lambda < 1) im Glutbett. Dazu wird „Primärluft“ zugeführt. Bei der Erwärmung werden 80 bis 90 Gewichtsprozent der trockenen Holzmasse als Gase freigesetzt. In erster Linie sind das Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff (H2) und Kohlenwasserstoffe (CmHn). Der restliche Feststoffanteil bleibt als Asche zurück, setzt sich als Ruß ab oder wird in Form von Partikeln an die Umwelt abgegeben.

Anschließend werden die Gase mit Verbrennungsluft vermischt und in der Brennkammer in einer langen Flamme verbrannt. Für den Ausbrand der Gase wird in der Regel „Sekundärluft“ zugeführt. Da die Gase in einer langen Flamme ausbrennen, wird Holz als langflammiger Brennstoff bezeichnet. Die Holzkohle im Glutbett brennt dagegen langsam und mit geringer Flammenbildung ab (unter Bildung von mehr Kohlenmonoxid im Abgas).

Öfen „mit oberem Abbrand“ können austretende Gase eher abkühlen und unvollständig verbrennen, bei Öfen „mit unterem Abbrand“ werden die Gase durch das Glutbett geführt, dadurch intensiver erhitzt und vollständiger oxidiert.


Emissionen

Bei der Verbrennung werden als Hauptbestandteile Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf (H2O) freigesetzt. Holz enthält geringe Anteile an Stickstoff (~900 mg/kg). Dieser wird — ebenso wie der in der Verbrennungsluft enthaltene Stickstoff — bei der Verbrennung zu Stickoxiden umgewandelt, die mit Wasser(dampf) zu Säuren weiterreagieren und die Umwelt belasten. Der darüber hinaus im Holz vorhandene Schwefel (~120 mg/kg) wird überwiegend in der Asche gebunden, so dass nur wenig Schwefeldioxid emittiert wird.

Je größer die Holzfeuchte ist, desto mehr Wärme wird für die Verdampfung dieses Wassers benötigt, dadurch — aber auch bei Luftüberschuß (aus dem Aufstellraum abgesaugte Nebenluft bei einem „offenen Kamin“) — kühlen die Flammen ab und es kommt zu „unvollständiger Verbrennung“, darunter versteht man einerseits eine unvollständige Oxidation und ebenso die Reduktion organischer Verbindungen oder von Kohlenstoffdioxid zu Ruß oder Holzteer. Auch Luftmangel (durch schlechten Kaminzug oder Absperren der Luftzufuhr) oder schlechte Verbrennungsführung (zu wenig Verwirbelung im Feuerraum) können zu unvollständiger Verbrennung führen. Dabei werden in unterschiedlichem Umfang neue Verbindungen gebildet, beispielsweise:

emittiert.

Kondensierbare Stoffe können an kalten Stellen kondensieren (Wärmetauscher bei Heizkesseln, lange Ofenrohre, im Kamin) und sich ablagern. Die Ablagerungen sind (auch wegen des Kondenswassers) klebrig, es bleiben daran Stäube hängen, die wiederum andere Stäube durch Zusammenballung und Verhakung anziehen.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Gesamtbelastung durch Feinstaub, der beim Verbrennen von Holz entsteht, die Summe der Feinstaubemissionen der in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge überschreitet.<ref>– Bericht über die Feinstaubbelastung durch Öfen und offene Kamine</ref> Die Emissionen von Holzheizungen können jedoch durch die Wahl geeigneter Kessel beeinflusst werden.

Brennholz hat als nachwachsender Rohstoff den Vorteil, dass der in CO2 umgesetzte Kohlenstoff wesentlich kurzfristiger während des Wachstumes des Baumes aufgenommen wurde, als bei fossilen Energieträgern (zum Beispiel Erdöl, Kohle, Erdgas).

Naturbelassenes Holz hat geringe Schwermetall- und Chlorgehalte, bei der Verbrennung von verunreinigtem Altholz können durchaus Schwermetalle (Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Zink und andere mehr) sowie Dioxin über Abgas und Asche emittiert werden.<ref>Emissionen und Stoffflüsse von (Rest-)Holzfeuerungen, Messverfahren, Auswertung und Resultate, Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA, Bericht Nr.880'002/1</ref>


Brennholz vor einem Teerofen in Mecklenburg
Foto: Rainer Schwarz

Holzarten

Zu Heizzwecken finden verschiedene Holzarten Verwendung. Zu unterscheiden ist hauptsächlich nach Heizwert, Brenndauer, und Nutzungskomfort (Flammenbild, Geruch u. Ä.).

Laub- bzw. Harthölzer haben pro Raummeter deutlich mehr Heizwert als Laubweichhölzer oder Nadelhölzer, nach Gewicht liegt aber der Heizwert bei Nadelholz etwas über dem von Hartholz. Nadelholz brennt gegenüber Hartholz schneller und unter Entwicklung höherer Temperaturen ab, dies ist im wesentlichen durch den höheren Harzgehalt begründet.

Für Heizzwecke ist meist eine langsamere, dafür nachhaltigere Wärmeentwicklung erwünscht, letztlich entscheidet der eingesetzte Anwendungszweck (Ofen) darüber, welche Holzarten sich besser eignen. In modernen Holzvergaserkesseln zur reinen Wärmegewinnung können durch die hochtemperaturige Verbrennung alle Brennholzarten ohne Einschränkung optimal genutzt werden.

Für Heizzwecke im offenen Kamin oder Kaminofen eignen sich insbesondere alle Laubharthölzer sehr gut als Energieträger. Laubhartholz brennt langsamer und anhaltender als Nadelholz, es bildet beim Verbrennen jedoch etwas mehr Asche (Wartung). So kommt in größeren Anlagen eher (billiges) Nadelholz zum Einsatz.

Für Küchenöfen ist das schneller brennende Nadelholz erwünscht, es eignet sich dazu, schnell Wärme zu erzeugen („Hochheizen“ eines kalten Ofens, direktere Regelung der Kochplattentemperatur). Es ist aber langflammiger und braucht daher mehr Flammraum und höhere Sauerstoffzufuhr. Daher sind Küchenöfen meist gänzlich anders konstruiert als Heizöfen.

  • Fichte ist ein relativ schnell an- und abbrennendes Holz, es eignet sich hervorragend zum Anbrennen. Häufig wird es auch in Grundöfen /Vergaserkesseln verwendet. In Europa ist Fichten</span>holz weit verbreitet und daher günstig zu erwerben. Für den offenen Kamin eignet es sich aufgrund der Harzblasen nicht, es „spritzt“ Glut.
  • Tanne brennt ähnlich schnell wie Fichte, verursacht aber durch die geringere Ausprägung von Harzblasen deutlich weniger Funkenflug. Tanne ist das klassische Brennholz des Alpenraums für offene Herdfeuer, es ist aber kaum noch sortenrein zu erhalten.
  • Kiefer und Lärche sind – bei ähnlichen Brennverhalten – von weitaus besserer Qualität, spielen aber nur regional als Heizmittel eine Rolle
  • Birke wird gerne für offene Kamine verwendet, da es im trockenen Zustand kaum Funkenflug verursacht und neben seinem schönen Flammenbild (hell, leicht bläulich) auch gut riecht. Birkenholz brennt ebenfalls relativ zügig ab.
  • Buche gilt als das klassische Kaminholz, da es ein schönes Flammenbild und gute Glutentwicklung bei gleichzeitig nahezu keinen Funken(spritzern) zeigt, zudem hat es einen sehr hohen Heizwert. Der Brennwert/Heizwert von Buchenholz wird oft als Referenzwert im Vergleich zu anderen Hölzern verwendet. Der Geruch von brennendem Buchenholz ist allgemein geschätzt, deshalb wird zum Räuchern von Lebensmitteln auch hauptsächlich Buchenholz verwendet. Buchenholz ist universal einsetzbar und liegt daher im oberen Preisbereich.
  • Weißbuche oder Hainbuche wird oftmals auch Buche genannt, ist jedoch eine eigene Holzsorte. Weißbuche ist auch getrocknet extrem schwer und hat daher bezogen auf das Volumen (ebenso wie Eiche) einen besonders hohen Brennwert. Weißbuche hat ein schönes Flammenbild, wenig Funkenspritzer und brennt sehr lange. Es ist besonders schwer zu sägen und zu spalten.
  • Eiche ist einsetzbar in allen Öfen (Kachelofen, Kaminofen, Werkstattofen), die tatsächlich der Wärmegewinnung dienen, für offene Kamine wird es nicht bevorzugt, da es zwar gut Glut, aber kein so schönes Flammenbild entwickelt. Der Heizwert ist noch etwas höher als der von Buche, und die Brenndauer ist unübertroffen. Eichenholz enthält relativ viel Gerbsäure, die bei unsachgemäßem Abbrand (zu geringe Luftzufuhr) Abgasrohre angreift (Versottung). Es ist daher für Öfen gut geeignet, jedoch nicht für offenen Kamine.
  • Esche hat einen ähnlichen Brennwert/Heizwert wie Buche und entwickelt das schönste Flammenbild. Es ist ideal für offene Kamine, da es ebenfalls kaum Funken spritzt. Eschenholz ist hart und zäh (leicht zu sägen aber schwer zu spalten) und dadurch ähnlich hochpreisig wie Buche.

Für den heimischen Ofen oder Kamin als Brennholz eher ungeeignet sind z. B. die Laubhölzer Pappel oder Weide. Die Pappel stellt aber im Anbau speziell für die Brennholzwirtschaft in Hybridsorten durch ihr enorm rasches Wachstum eine der ergiebigsten Holzarten dar, so wird deshalb z. B. in Großfeueranlagen mit kontrollierter Brennstoffzufuhr Pappel als Hackschnitzel bevorzugt genutzt.


Einschlagsonde zur Bestimmung der Holzfeuchte der Fa. Wöhler
hier mit technischen Daten

Handel und Lagerung Handelsformen

Holz kann prinzipiell als Frischholz kurz nach den Schnitt schlagfrisch oder aber trocken gekauft werden. Trockenes Holz lagert mindestens einen, besser zwei Winter über.

Handelsformen sind z. B.:

  • Rundholz, Blochholz (österr.): gelängt aber ungespalten
  • Spaltholz, Meterscheiter: grob gespalten, ca. einmetrig gelängt
    • Scheitholz, Brennscheitholz: ca. drittelmetrig gelängt
    • Stückholz: ofenfertig, halbmetrig (50 cm), drittelmetrig (33 cm) und viertelmetrig (25 cm) abgelängt. Es wird auch nur „Brennholz“ genannt, umfasst aber auch Holz zur Holzkohleherstellung
  • Brennreisig ist Holz welches keine Derbholzstärke von 7 cm Durchmesser erreicht (Zweige und Äste)
  • Haufenholz: Reisig, Spaltreste, Abschnitte, Holz minderer Qualität
  • Holzhackschnitzel, kleinteiliges Material verschiedener Qualitätssorten
  • Preßholz: Holzpellets und Holzbriketts

Traditionell wird Brennholz im Raum- oder Volumenmaß gehandelt und verrechnet.

1 Raummeter oder Ster = 1 m³ geschichtete Holzmasse mit Zwischenräumen und entspricht ca. 0,7 Festmeter
1 Festmeter = 1 m³ Holzmasse ohne Zwischenräume.

Eine weitaus gängigere Einheit ist inzwischen der Schüttraummeter (SRM), wobei 1 SRM etwa 0,71 RM wieder aufgesetztes ofenfertiges Holz ergibt.

Da der Heizwert je Volumeneinheit nur in wesentlich geringerem Maße von der Holzfeuchte (bzw. dem Wassergehalt) abhängig ist als der Heizwert je Masseneinheit hat der Handel in Volumeneinheiten den Vorteil, dass der Heizwert der gekauften Holzmenge nicht durch den Unsicherheitsfaktor Wassergehalt belastet ist wie folgendes Beispiel demonstriert:

lufttrockenes Buchenholz mit 18 % ± 5 % Wassergehalt
es besitzt je Tonne Masse einen Heizwert von: 3.980 ± 290 kWh/ t = 3.980 kWh ± 7,3 %
und je Raummeter einen Heizwert von: 1.950 ± 17 kWh/RM = 1.950 kWh ± 0,9 %

D.h. die 5 % Unsicherheit beim Wassergehalt bewirken beim Kauf einer Tonne eine Unsicherheit im Heizwert von 7,3 %, beim Kauf eines Raummeters aber nur eine Unsicherheit von 0,9 %. Ließe sich aber der Wassergehalt durch eine einfache und schnelle Messung exakt ermitteln, gäbe es dies Unsicherheit beim Heizwert von 1t Brennholz nicht.

Der Heizwert je Volumeneinheit ist jedoch mit einer anderen, wesentlich stärkeren Unsicherheit belastet:

Bei bekanntem Wassergehalt lässt sich der Heizwert je Masseneinheit z. B. je t exakt angeben, dies gilt aber nicht für den volumenbezogenen Heizwert je Festmeter oder je Raummeter und hat folgenden Grund:

Die Holzdichte(Rohdichte)ist nicht nur von Holzart zu Holzart unterschiedlich (groß bei Harthölzern, niedrig bei Weichhölzern), sondern ist auch für eine Holzart keine konstante Größe, weil sie bei den meisten Holzarten noch stark abhängig von Boden und Klima am Standort ist und sogar innerhalb eines Holzstammes noch variiert. Die Schwankungsbreite der Rohdichte bei vorgegebenem Wassergehalt (üblich sind Dichteangaben für 0 % und 12 % Wassergehalt) ist bei Weichhölzern sehr groß, bei Harthölzern geringer, Robinienholz besitzt eine sehr geringe Schwankungsbreite der Rohdichte. Diese Schwankungsbreite der Rohdichte einer Holzart bei vorgegebenem Wassergehalt, z. B. von lufttrockenem Buchenholz, hat zur Folge, dass auch der Heizwert je Festmeter die entsprechende Schwankungsbreite besitzt, sie vergrößert sich noch wenn der Heizwert je Raummeter oder je Schüttraummeter angegeben wird, weil die Umrechnung zwischen diesen Maßen nicht exakt, sondern nur näherungsweise gilt. Dies bewirkt, dass die Heizwertunsicherheit von einem Schüttraummeter Holz sehr beträchtlich ist und die obigen 7,3 % des massebezogenen Heizwertes (bei +/- %5 Unsicherheit des Wassergehaltes) beträchtlich überschreiten kann. Dazu folgendes Beispiel:

1 SRM Buchenholz lufttrocken besitzt einen Heizwert von 1.950 × 0,71 => 1.385 kWh/SRM; die Unsicherheit (die mögliche Schwankungsbreite) diese Wertes kann wie folgt abgeschätzt werden:

Schwankungsbreite der Rohdichte: ±10 %
Ungenauigkeit der Umrechnung Festmeter in Schüttraummeter:+/-12 %
Dann besitzt der Heizwert von einem Schüttraummeter lufttrockenem Buchenholz die Schwankungsbreite von ±22 % ; er muss also angegeben werden:
1.385 +/- 305 kWh je SRM

Diese Unsicherheit beim volumenbezogenem Heizwert je RM oder je SRM ist auch ein Grund dafür, dass die Gewichtseinheit Kilogramm im Rahmen moderner Energiewirtschaft, der Hauszustellung auf Palette und in der Verwendung von getrockneten Presslingen (Holzpellets oder Holzbriketts) zunehmend Bedeutung bekommt. Beim Gewicht spielt zwar das im Holz enthaltene Wasser ( Wassergehalt) eine deutlich größere Rolle als beim Raummaß, wenn dieser Wassergehalt aber bis auf eine geringe Unsicherheit bekannt ist (Holzpellets) oder labortechnisch hinreichend genau bestimmt werden kann, lässt sich auch der Heizwert einer gewogenen Holzmenge mit einer Unsicherheit kleiner 5 % angeben.

Berechnungsgrundlage des Preises ist ab Wald, ab Waldstraße/Forststraße oder ab Lager (Selbstabholung, je nach Zugänglichkeit) oder frei Haus zugestellt, zunehmend aber auch im Detailverkauf, etwa in Baumärkten.

Ofenholz ist ein Projekt des Waldverbands der Landwirtschaftskammer Österreich, ein Gütesiegel verlässlicher und standardisierter Qualität anzubieten, das neben Mindestkriterien zu Trockenheit und Format auch definierte Holzsorten (Eiche, Buche/Hainbuche, Hartholz Esche/Ahorn u. a., Nadelholz, Birke) sowie Kriterien an einen Zustellungsservice umfasst, und eine Ergänzung zu den Qualitätsnormen zu Pellets und Brikettes darstellt.<ref>Ofenholz, www.waldverband.at</ref>


Aufarbeitung

Brennholz kann am besten als Meterholz zu Scheitholz aufgearbeitet werden und wird in dieser Form auch von der Forstwirtschaft angeboten. Ist das Meterholz für den Endverbraucher zu groß, wird es mit einer Säge (vorwiegend einer Wippsäge) auf die gewünschte Länge gebracht.

Will man Brennholz von Hand spalten, dann sollte man Baumscheiben von ca. 30 cm Länge – zum Beispiel mit einer Motorsäge – abschneiden und das Holz noch in feuchtem (frisch geschlagenem) Zustand spalten. Wird das Holz erst trocken, dann ist es sehr viel schwerer spaltbar. Es gibt zwar Hölzer, bei denen es sich genau andersherum verhält, aber diese sind eine Ausnahme und spielen für Brennholz eine untergeordnete Rolle.

Beim Spalten ist darauf zu achten, dass das Holz von oben nach unten gespalten wird (Krone --> Wurzel), dadurch benötigt man weniger Kraft. Ein derber Merksatz lautet: „Das Holz reißt wie der Vogel scheißt.“

Zum Spalten kann man einen Holzspalter oder einen Spalthammer benutzen.


Arbeitssicherheit

Bei der Aufarbeitung von Brennholz ist aus Gründen der Arbeitssicherheit auf die Persönliche Schutzausrüstung (PSA-Forst) zu achten. Diese umfasst zum Beispiel Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und Schutzbrille. Beim Einsatz von Motorsägen ist zudem eine Schnittschutzhose der entsprechenden Schutzkategorie anzulegen. Vor allem bei Arbeiten mit der Kreissäge, aber auch beim Holzspalter oder Spalthammer/Spaltaxt besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit beziehungsweise ein erhöhtes Risiko für Unfälle.


Siehe dazu:Freilichtmuseum Detmold


Lagerung

Frisch geschlagenes Nadelholz hat eine Holzfeuchte von etwa 55 bis 70 % (Wassergehalt =35 bis 41 %), bei Laubhölzern liegt der Wert zwischen 70 und 100 %(Wassergehalt = 41–50 %). Daher sollte die Holzfeuchte durch Lagerung oder technische Trocknung auf den für die Verbrennung von Holz üblichen Restwert von unter 20 %(Wassergehalt < 16 %) gemindert werden. Ausschlaggebend für die Dauer der Trocknungslagerung ist zunächst die Ausgangsfeuchte des Holzes, diese kann je nach Witterung und Baumart und eventueller Vorlagerung (Stammlagerung im Wald oder auf Rundholzplätzen) variieren. Üblicherweise wird bei der Lagerungstrocknung jedoch ein Zeitraum von mindestens ein Jahr bis zu zwei Jahren angesetzt. Die Art der Lagerung – ob aufgeschichtet, geschüttet oder im Silo, um nur einige Beispiele zu nennen – hängt von der Verarbeitungsform des Brennholzes ab. Bei optimalen Bedingungen für Brennscheitholz (fein gespaltene und nicht zu lange Scheite in abgedeckten, dem Wind offenen Gitterboxen im Freien) reichen manchmal auch schon sieben Monate. Sehr gut lagert Brennholz auch im Freien in einer Holzmiete oder unter einem Dach bei gleichzeitig guter Belüftung. Die Luftdurchströmung mit Wind ist eine entscheidende Voraussetzung für das Trocknen. An einer (idealerweise südlichen) Hauswand unter einem Vordach sollte man daher auch mindestens 5–10 cm Abstand zur Hauswand halten. Die technische Trocknung ermöglicht den Verzicht auf längere Lagerung. Kammer oder Trommeltrocknungsanlagen können in ca. 1 Woche das Holz, abhängig von der Ausgangsfeuchtigkeit des Holzes, auf die ideale Feuchte bringen. Um die Energieeffizienz der Anlagen zu gewährleisten wird häufig Abwärme anderer Einrichtungen genutzt.


Literatur

  • Hendrik Eimecke: Brennholz leicht gemacht & die Motorsäge. Anleitung zum Baumfällen und Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz als alternative Energiequelle im Sinne des Umweltschutzes und einer ökologischen Waldwirtschaft. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Better-Solutions-Verlag Gierspeck, Göttingen 2005, 91 S., ISBN 3-9808662-6-2
  • Hans-Peter Ebert: Heizen mit Holz in allen Ofenarten. Ökobuch Faktum. 11., überarbeitete Auflage. Ökobuch, Staufen bei Freiburg 2006, 158 S., ISBN 3-936896-21-6


Weblinks




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